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Direktbuchungen27. Juli 2026 5 Min

Booking.com oder Direktbuchung: Was bleibt wirklich übrig?

Booking.com Provision, Airbnb-Gebühren, versteckte Kosten: Eine ehrliche Rechnung, was Direktbuchungen gegenüber OTAs wirklich bringen.

Booking.com oder Direktbuchung: Was bleibt nach Provision und Gebühren wirklich übrig?

12 bis 18 Prozent bei Booking.com. 15,5 Prozent bei Airbnb seit Dezember 2025. Das sind die Zahlen, die auf dem Papier stehen. Die tatsächlichen Kosten liegen höher – und das merken viele Vermieter erst, wenn sie ihre Jahresabrechnung vor sich haben.

Dieser Artikel macht die Rechnung, die die Plattformen nicht für Sie machen.

Was Booking.com und Airbnb wirklich berechnen

Die Provisionsangaben der großen OTAs klingen zunächst überschaubar. Booking.com gibt 12 bis 18 Prozent an, je nach Teilnahme am Genius-Programm oder gebuchten Sichtbarkeitspaketen. Wer an Genius-Aktionen teilnimmt – und das tun viele, weil der Algorithmus es begünstigt – liegt schnell bei 15 bis 18 Prozent.

Airbnb hat seinen Gebührenrahmen zum 1. Dezember 2025 angepasst. Für die meisten Gastgeber gilt seither ein pauschaler Satz von 15,5 Prozent des Buchungsbetrags vor Steuern. Hinzu kommen bei beiden Plattformen Kosten, die in der offiziellen Provisionsangabe nicht auftauchen:

Zahlungsabwicklung: Wenn Gäste über Booking.com zahlen und Sie sich für die Zahlungsabwicklung durch die Plattform entscheiden, fallen zusätzliche Gebühren an. Bei Airbnb ist die Auszahlung plattformgebunden – Sie sehen das Geld erst nach dem Check-in des Gastes.

Sichtbarkeitsprodukte: Booking.com bietet kostenpflichtige Boosts und Preferred-Partner-Programme an. Wer nicht zahlt, rutscht im Ranking nach unten. Wer zahlt, erhöht seine Provision freiwillig.

Entgangene Gästekontakte: Das ist der Kostenfaktor, den keine Provision ausweist, der aber langfristig am teuersten ist. Sie wissen nach der Buchung nicht, wer bei Ihnen war. Kein Name in Ihrer eigenen Datenbank, kein Kontakt für die Nachsaison, keine Möglichkeit zur direkten Wiederbuchung.

Die konkrete Rechnung: 150 Nächte im Jahr

Nehmen wir ein realistisches Szenario: Eine Ferienwohnung oder ein kleines Hotel mit 150 vermieteten Nächten pro Jahr zu einem Durchschnittspreis von 120 Euro.

Das ergibt einen Jahresumsatz von 18.000 Euro über OTAs.

Bei 15 Prozent Provision zahlen Sie 2.700 Euro an die Plattform.

Bei 18 Prozent sind es 3.240 Euro.

Bei 20 Prozent – was realistisch ist, wenn Sichtbarkeitsprodukte dazukommen – zahlen Sie 3.600 Euro.

Das sind Zahlen für einen einzigen Kanal. Wer auf mehreren Plattformen gleichzeitig listet, multipliziert die Kosten entsprechend.

Hinzu kommt: Diese Provision zahlen Sie auch dann, wenn der Gast Sie bereits kennt. Stammgäste, die Ihre Unterkunft schätzen und wiederkommen – aber den Weg des geringsten Widerstands nehmen und einfach die App öffnen – kosten Sie jedes Mal 15 bis 18 Prozent ihres Buchungswerts. Für eine Leistung, die die Plattform in diesem Fall gar nicht erbracht hat.

Was die EU-Verordnung ab Mai 2026 verändert

Seit dem 20. Mai 2026 gilt die EU-Kurzzeitvermietungsverordnung. Plattformen wie Airbnb und Booking.com sind verpflichtet, Buchungsdaten – darunter Anzahl der Nächte, Anzahl der Gäste und Einkünfte – automatisch an die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten zu melden.

Das ist zunächst eine steuerliche und regulatorische Veränderung. Aber sie hat eine wichtige Nebenwirkung: Sie macht deutlich, dass die Daten Ihrer Buchungen nicht Ihnen gehören, wenn sie über fremde Plattformen laufen. Die Plattform meldet, die Behörde empfängt – und Sie haben keinen vollständigen Überblick darüber, was weitergegeben wird.

Für Vermieter, die Direktbuchungen aufbauen, bedeutet das einen zusätzlichen Kontrollvorteil: Wer direkt bucht, behält die vollständige Hoheit über seine Buchungsdaten. Was Sie melden müssen, melden Sie selbst – ohne Umweg über eine Plattform.

Wo Direktbuchungen tatsächlich Kosten verursachen

Direktbuchungen sind nicht kostenlos. Das sollte klar sein, bevor die Erwartungen zu hoch angesetzt werden.

Eine eigene Website kostet Geld – einmalig für die Entwicklung, laufend für Hosting und Pflege. Ein Buchungssystem mit Zahlungsabwicklung kostet eine monatliche Gebühr oder eine Transaktionsprovision, die aber deutlich unter den OTA-Sätzen liegt. Wer Werbung schaltet, zahlt für Klicks. Wer einen Newsletter aufbaut, braucht ein Tool.

Die entscheidende Frage ist nicht: Direktbuchung kostet nichts. Die richtige Frage lautet: Was kosten Direktbuchungen im Vergleich zu OTA-Provisionen auf 100 oder 150 Buchungen im Jahr?

In den meisten Fällen liegt die Gesamtkostenquote bei Direktbuchungen zwischen 3 und 7 Prozent, wenn Website, Buchungssystem und einfaches E-Mail-Marketing zusammengerechnet werden. Das ist weniger als die Hälfte des untersten OTA-Satzes.

Was realistische Umstellung bedeutet

Niemand schaltet OTAs von heute auf morgen ab. Und das wäre auch nicht sinnvoll – besonders in der Aufbauphase oder für saisonale Auslastungsspitzen sind Plattformen ein sinnvolles Instrument zur Reichweitenerweiterung.

Eine realistische Strategie sieht so aus:

Stammgäste direkt ansprechen. Gäste, die schon einmal bei Ihnen waren, sind die einfachste Direktbuchungsquelle. Eine einfache Nachricht nach dem Aufenthalt mit dem Hinweis auf direktes Buchen beim nächsten Mal kann die Wiederholungsbuchung über OTAs deutlich reduzieren.

Direktbuchungsanreiz kommunizieren. Frühstück inklusive, flexiblere Stornierung, besserer Preis – wenn Gäste einen konkreten Vorteil beim Direktbuchen sehen, nutzen sie ihn. Die Formulierung muss klar und ohne Umweg verständlich sein.

Eigene Buchungsstrecke aufbauen. Eine Website ohne funktionierenden Buchungsabschluss ist kein Direktbuchungskanal, sondern eine digitale Visitenkarte. Erst wenn Gäste direkt und einfach buchen können, funktioniert der Kanal.

OTA-Präsenz strategisch halten. Plattformen als Akquisitionskanal für neue Gäste nutzen, die dann in den Direktkanal überführt werden – das ist das nachhaltigere Modell als dauerhafte Vollabhängigkeit.

Fazit: Die Provision ist sichtbar, die Gesamtkosten nicht

12 bis 18 Prozent Booking.com-Provision, 15,5 Prozent bei Airbnb – das sind die Zahlen, die in den Verträgen stehen. Die tatsächliche Kostenbelastung durch Sichtbarkeitsprodukte, Zahlungsgebühren und entgangene Gästekontakte liegt höher. Und die Kontrolle über Ihre eigenen Buchungsdaten ist ein Kostenfaktor, der sich erst langfristig in Stamm- und Wiederbuchungsquoten zeigt.

Die Entscheidung für mehr Direktbuchungen ist keine Entscheidung gegen alle Plattformen. Sie ist eine Entscheidung für mehr Marge, mehr Kundenwissen und mehr Unabhängigkeit.

Wenn Sie wissen wollen, welche Maßnahmen bei Ihrer Unterkunft und Ihrem Budget realistisch sind, sprechen Sie mit uns: https://www.direkt-gebucht.de

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