Die Zahl, über die niemand spricht
„3 % zahle ich an Airbnb" — das ist die Antwort, die die meisten Vermieter geben. Und sie stimmt. Nur zur Hälfte.
Die vollständige Rechnung sieht anders aus: Airbnb berechnet Gastgebern tatsächlich 3 % Provision — aber Gästen kassiert Airbnb 14 bis 20 % des Buchungspreises zusätzlich. Der Gesamtanteil, der an Airbnb fließt, beträgt also 17 bis 23 % des Transaktionswerts.
Das klingt abstrakt. Schauen wir uns die konkreten Zahlen an.
Beispielrechnung: Ferienwohnung mit 2 Objekten
Ihre Zahlen:
- 2 Objekte
- 70 % durchschnittliche Auslastung
- 95 €/Nacht Durchschnittspreis
- 80 % der Buchungen über Airbnb
Jahresumsatz:
2 Objekte × 70 % × 365 Tage × 95 € = 48.545 €
OTA-Anteil:
48.545 € × 80 % = 38.836 € über Airbnb
Provision die Sie zahlen (3 %):
38.836 € × 3 % = 1.165 €
Provision die der Gast zahlt (ca. 14 %):
Nicht direkt Ihre Kosten — aber der Gast hätte ohne diese Gebühr mehr Geld für eine Direktbuchung bei Ihnen ausgegeben.
Booking.com Variante (Ihr Anteil 15–18 %):
38.836 € × 17 % = 6.602 €/Jahr
Das sind bei Booking.com über 6.600 Euro, die jährlich an die Plattform gehen. Geld, das in Ihrem Konto bleiben könnte.
Die versteckten Kosten, die kaum jemand einrechnet
Neben den offensichtlichen Provisionen gibt es weitere Kosten, die den echten Preis der Plattformabhängigkeit erhöhen:
1. Verlorene Stammgäste
Über Airbnb können Sie mit Ihren Gästen nach dem Aufenthalt nicht mehr direkt kommunizieren. Kein Newsletter, kein Wiederbuchungsangebot, keine persönliche Einladung. Jeder Stammgast muss erneut über die Plattform buchen — und Sie zahlen erneut Provision.
2. Algorithmus-Abhängigkeit
Ihre Sichtbarkeit auf Airbnb hängt von Faktoren ab, die Sie nicht kontrollieren: Reaktionszeit, Stornierungsquote, Lisitng-Qualität, Anzahl der Bewertungen, Aktionspreis-Teilnahme. Wer nicht mitmacht, verliert Sichtbarkeit.
3. Kontosperrungsrisiko
Airbnb kann Ihren Account jederzeit sperren — ohne Vorwarnung, ohne Begründung. Tausende Vermieter in Deutschland haben das erlebt. Ein gesperrter Account bedeutet: kein Umsatz, kein Kundenkontakt, keine Daten.
4. Preisdruck
Airbnb zeigt Gästen immer günstigere Alternativen. Das zwingt viele Vermieter, die Preise zu senken oder Aktionsangebote anzubieten — was die Marge weiter drückt.
Warum Direktbuchungen 8 % mehr einbringen
Laut aktuellen Marktdaten (2025) erzielen Direktbuchungen im Schnitt 8 % höhere Nettoumsätze als OTA-Buchungen:
- OTA-Buchungen: Ø 143,52 €/Nacht (nach Provionsabzug)
- Direktbuchungen: Ø 155,47 €/Nacht
Warum? Direkt buchende Gäste kennen Ihre Unterkunft bereits, sind weniger preissensitiv und buchen häufiger ohne Discount. Sie brauchen nicht mit dem günstigsten Lisitng auf der Plattform konkurrieren.
Der Weg aus der Abhängigkeit — schrittweise, nicht radikal
Niemand sagt: "Löschen Sie Ihren Airbnb-Account." Das wäre nicht sinnvoll. Die Strategie ist ein schrittweiser Aufbau eigener Kanäle — parallel zu den Plattformen.
Schritt 1: Google Vacation Rentals einrichten
Dieser Kanal ist in Deutschland kaum genutzt, aber extrem effektiv. Über Google Vacation Rentals erscheint Ihre Unterkunft direkt in der Google-Suche — mit Direktbuchungslink, ohne Provision. Mehr dazu in unserem Artikel "Google Vacation Rentals einrichten".
Schritt 2: Eigene buchungsfähige Website
Eine einfache Website mit Buchungssystem (Lodgify, Smoobu etc.) ermöglicht Direktbuchungen. Sie zahlen einmalig für die Website — keine laufende Provision.
Schritt 3: Gästekontakte sammeln
Beim Check-in oder Check-out: Fragen Sie nach der E-Mail-Adresse für Newsletter. Datenschutzkonform mit expliziter Einwilligung. Diese E-Mail-Liste ist Ihr wichtigstes Kapital.
Schritt 4: Wiederbuchungsangebote nutzen
6 Monate nach dem letzten Aufenthalt: Eine persönliche E-Mail mit einem kleinen Direktbuchungs-Rabatt (5–10 % günstiger als Airbnb). Bei typischen Stammgästen konvertiert das sehr gut.
Was ist realistisch?
Keine unrealistischen Versprechen: Den OTA-Anteil von 80 % auf 0 % zu bringen ist in einem Jahr nicht realistisch.
Was realistisch ist: In 12–18 Monaten den Direktbuchungsanteil von 20 % auf 35–45 % zu heben. Das bedeutet bei unserem Beispiel (2 Objekte, 48.545 € Jahresumsatz):
Aktuell (20 % direkt):
Provision ca. 6.200 €/Jahr
Nach 12–18 Monaten (40 % direkt):
Provision ca. 3.500 €/Jahr
Ersparnis: ~2.700 €/Jahr — bei gleichbleibendem Gesamtumsatz.
Das ist kein dramatischer Schnitt. Aber es sind 2.700 Euro, die Jahr für Jahr in Ihrem Betrieb bleiben statt bei Airbnb.
Berechnen Sie Ihre eigenen Zahlen
Die konkreten Zahlen für Ihre Situation hängen von Ihren Preisen, Ihrer Auslastung und Ihrem OTA-Anteil ab. Nutzen Sie unseren [interaktiven Provisions-Rechner auf der Startseite](/) — geben Sie Ihre Zahlen ein und sehen Sie sofort, was Sie aktuell verlieren und was Sie zurückgewinnen könnten.
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